Der gestresste Hund - Ursachen, Auswirkungen, Lösungen

4. Hundesymposium Pforzheim (20. - 22.03.2020)

Der gestresste Hund - Ursachen, Auswirkungen, Lösungen

Die Ursachen von Stress sind vielfältig und die Auswirkungen reichen von Krankheitsbildern, bis hin zu übersteigertem Aggressionsverhalten bei Hunden. Bei unserem 4. Hundesymposium Pforzheim forschen wir gemeinsam mit unseren Referenten nach den Ursachen von Stress, erörtern die Auswirkungen und zeigen Lösungsvorschläge in den einzelnen Bereichen auf.

An 3 Tagen werden bis zu 9 Experten aus der Verhaltensforschung, Medizin oder der Praxis ihren Beitrag zum Thema leisten. 

Dich erwartet ein vielfältig Programm rund um das Thema: "Der gestresste Hund - Ursachen, Auswirkungen, Lösungen"

Bereits 60% der Tickets sind verkauft!!

Unser Programm

Alle Referenten und Themen werden nachträglich ergänzt. Wir legen 2020 mehr Wert auf mehr Diskussionen, Beantwortung eurer Fragen, direkte Lösungsansätze und Praxisbezug. Auch unser beliebtes Handout wird es wieder geben! Alle Vorträge gehen 1,5 Stunden und dazwischen wird es dann einzelne Pausen geben.

*Änderungen vorbehalten. Der genaue Zeitplan wird noch bekannt gegeben.
Das Mitbringen des Hundes während der Veranstaltung ist nicht gestattet.

Freitag 21.03.2020

Robert Mehl

Das gestresste Gehirn

Um zu überleben, müssen sich Hunde – wie alle anderen Säugetiere und Menschen - an die Veränderungen in ihrem Körper und der Umwelt anpassen können. Sie müssen diese Reize wahrnehmen, verarbeiten, die richtigen Entscheidungen treffen und so schnell wie möglich in Verhalten umsetzen, welches manchmal buchstäblich über Leben und Tod entscheiden kann.

 
Der Vortrag gibt einen Überblick über die einzelnen Aspekte, die in der Stressreaktion zusammenspielen. Wir beginnen mit den neurobiologischen Grundlagen der Stressverarbeitung und beleuchtet schlaglichtartig die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper (Stresshormonachse), die beteiligten Neurotransmitter und die Rollen von Genen, Umwelt und Lernerfahrungen.

 
Auch die neurobiologischen Gegenspieler werden beleuchtet, also die Hirnteile, welche die Stressreaktion dämpfen und für Entspannung sorgen, und wir reißen an, wie man diese Gegenspieler aktivieren kann. Dabei wenden wir uns u. a. den sozialen Beziehungen und den Haltungsbedingungen zu.

 
Zum Abschluss widmen wir uns der Frage, warum manche Individuen resistenter gegen Stress sind als andere und ob man die Stressresistenz verbessern kann.

Zum Referenten-Profil

Dr. Bernd Schröder

Was macht dem Hund Stress? Stressfaktoren – Umweltreize, Krankheiten, Ernährung, Stress, soziales Umfeld

Warum gibt es überhaupt Stress? – Eine Analyse über Sinn und Unsinn bzw. Nutzen und Schaden von Stress.

Wer kennt es nicht selbst: Hetze von Termin zu Termin, höher, weiter, schneller, Leistungsdruck. Alles muss unter einen Hut gebracht werden. Kurz: Man ist gestresst! Den Hunden geht es oft nicht anders. Dabei würden sie am liebsten ca. 15 Stunden am Tag ruhen oder schlafen; stattdessen Hektik, Tierarzt, Training, Stadtbummel, Autofahren, Hundewiese - also Stress. Wenn dann auch noch Mensch und Hund gleichzeitig Stress haben, kann es richtig kompliziert werden.

Dieses Referat geht auch auf die anatomisch-physiologischen Grundlagen der Stressantwort beim Hund auf wesentliche Stressfaktoren ein. Welche Teile des Nervensystems, Neurotransmitter und Hormone dabei beteiligt sind.

Die Informationen sollen dazu dienen, auf physiologischer Grundlage ein Stressverständnis und Ideen für präventive Maßnahmen zu entwickeln, um eine akute oder gar chronische Stressreaktion möglichst gar nicht erst aufkommen zu lassen.

 

Zum Referenten-Profil

Nadin Matthews

Beschreibung folgt...

 

Zum Referenten-Profil

Samstag 22.03.2020

Dr. Irene Sommerfeld-Stur

Stress kann die Gesundheit Ihres Hundes und seiner Nachkommen beeinträchtigen!

Wie Stress die Aktivität von Genen verändern kann

Die Stressreaktion ist eine im Rahmen der Evolution entwickelte Glanzleistung des Organismus. Sie versetzt unseren Körper in die Lage mit Gefahren aus der Umwelt angemessen umzugehen. So wird im Rahmen einer Stressreaktion entschieden ob Angriff oder Flucht die jeweils bessere Lösung ist. Dabei spielen die individuelle genetische Ausstattung eines Individuums, aber auch bisherige Erfahrungen eine Rolle. Das Zusammenspiel zahlreicher biologischer Mechanismen sorgt einerseits dafür, dass alle Kräfte des Körpers mobilisiert werden so dass Angriff oder Flucht gelingen, anderseits werden alle jene Funktionssysteme heruntergefahren, die in der aktuellen Stresssituation nicht benötigt werden. Das biologische Funktionssystem, das dieser Reaktionskaskade zugrunde liegt, wird als Stressachse, oder – in der wissenschaftlichen Diktion – als Hypothalamus – Hypophysen – Nebennierenachse – bezeichnet. Neben den drei genannten Drüsen ist auch noch die Schilddrüse an der Stressreaktion beteiligt. Die wichtigsten, für die Stressreaktion notwendigen Botenstoffe sind einerseits die schnell, aber nur kurzzeitig verfügbaren Hormone des Nebennierenmarks, Noradrenalin und Adrenalin, anderseits Cortisol, das in der Nebennierenrinde produziert wird, etwas langsamer verfügbar ist, dessen Wirkung dafür auch länger anhält. Und hier liegt auch eine Tücke des Systems. Die Wirkung von Cortisol besteht nämlich nicht nur darin, die Aktivität aktuell nicht benötigter Funktionsbereiche wie z.B. des Immunsystems oder der Gonaden zu reduzieren, Cortisol kann auch direkt an der DNA in die Aktivität von Genen eingreifen (Jensen, 2014).
Diese Funktion des Cortisol ist es, die einerseits Stress, insbesondere wenn es sich um langandauernde Stresssituationen handelt, als Grundlage von funktionalen Störungen des betroffenen Individuums erklärt, anderseits aber auch die Basis für die transgenerationale Übertragung von Stresserfahrungen auf die nächste(n) Generation(en) darstellt. Die praktischen Konsequenzen dieses Mechanismus betreffen einerseits Bereiche der Gesundheit aber auch Bereiche des Verhaltens.

Auch wenn es für Hunde noch kaum einschlägige Literatur zu dieser Thematik gibt, so können doch Erkenntnisse aus dem Bereich der Humanmedizin bzw. aus dem Labortierbereich sinngemäß auf den Hund übertragen werden. Im Vortrag werden auf der Basis von einschlägiger Literatur, die möglichen praktischen Implikationen der genannten biologischen Grundlagen für die Haltung und Zucht von Hunden besprochen.

Literatur

Jensen, P., 2014, http://dx.doi.org/10.1016/j.applanim.2014.02.009

 

Zum Referenten-Profil

Sophie Strodtbeck

Wege aus dem Stress

Stress ist individuell und findet im Kopf statt – aber was kann man tun, wenn er dort erst einmal ist?
In diesem Vortrag von Sophie Strodtbeck beleuchten wir die physiologischen Vorgänge bei Stress näher und suchen vor allem nach Auswegen.


Was kann man tun, wenn der Hund Stress hat, wie die hormonellen Gegenspieler der Stresshormone stärken?

  • Kann man Stress „wegfüttern“? Was ist dran an den verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln?
  • Kann man Stress „wegstreicheln“? Welche Rolle spielt die Oxytocin-vermittelte soziale Unterstützung?
  • Kann man Stress „wegtrainieren“? Welche Form der Auslastung stärkt das Selbstbewusstsein eines Hundes?
  • Kann man Stress „wegoperieren“? Welche Rolle spielt die Kastration beim gestressten Hund?
  • Kann man Stress „wegzüchten“? Welche Rolle spielen Genetik und Epigenetik?

Freuen Sie sich auf einen Vortrag mit der Tierverhaltensmedizinierin Sophie Strodtbeck.

 

Zum Referenten-Profil

Frank Wieborg

Der Umgang mit den Auswirkungen von Stress im Hundetraining


Im Lehrbuch steht, dass der Hund am besten und schnellsten in einer stressfreien Umgebung lernen kann. Das Lehrbuch wurde allerdings nicht vom Leben geschrieben, denn eine stressfreie Umgebung finden wir selten im Alltag. Genau wie wir, können Hunde jedoch trotz eines gewissen Stresslevels lernen. Denn Lernen findet im Grunde immer und überall statt. Was unser Hund jedoch lernt, entscheiden leider nicht immer wir. Wir können nur versuchen den Trainingsaufbau so zu gestalten, dass wir unseren Zielen näherkommen und sie vielleicht sogar erreichen. Dabei sollte man den Faktor Stress mit einbeziehen.
Was uns alles stressen kann, ist von Individuum zu Individuum sehr verschieden. Und ob wir den Stress positiv oder negativ empfinden auch.

In diesem Vortrag berichtet euch Frank Wieborg wie man mit dem Faktor Stress im Hundetraining umgehen kann. Wie kann ich das Stresslevel meines Hundes reduzieren? Wie kommt man an die Ursache? Wie kann ein Training aussehen?


Frank arbeitet seit Jahren in einer mobilen Hundeschule ohne eingezäuntes Gelände an unterschiedlichsten Orten. Umwelteinflüsse, Stressauslöser gehören bei seiner Arbeit zum Konzept dazu. Die Arbeit ohne Netz und doppelten Boden prägt seine Vorgehensweise.


Der Vortrag verzichtet auf Erklärungen von hormonellen Ausschüttungen und Prozessen, die im Körper ablaufen, sondern kommt aus der Praxis und geht direkt ins Leben.

 

Zum Referenten-Profil

Sonntag 23.03.2020

Kate Kitchenham

Beschreibung folgt

 

Zum Referenten-Profil

Melanie Kubern

Der Hund als Spiegel meiner Selbst

Nur allzu oft wird von Kunden im Erstgespräch die Aussage gemacht, dass sie schon wüssten, dass sie schuld seien. Sie müssten sich „nur“ entspannen, dann würden die Hundebegegnungen auch lockerer verlaufen.

Aber ist das wirklich so „einfach“?

Spiegelt mein Hund meinen Stress, meine Unsicherheit in Hundebegegnungen nur?

Was ist mein Stress und was ist seiner? Und wer hat eigentlich damit angefangen gestresst zu sein? Was ist erlerntes Verhalten und was stressbedingt oder hängt das miteinander zusammen?

Dieser Vortrag soll helfen den Gesamtkomplex zu verstehen und aufzeigen, dass wir einen ganzheitlichen Blick auf Menschen und ihre Hunde nutzen müssen, um Veränderungsprozesse zu begleiten.

Neben der systemischen Sichtweise, der Erörterung von Übertragungsmechanismen und der Bedeutung innerer Bilder und Haltungen wird es in diesem Vortrag auch um das tiefere Verständnis von Menschen und ihren Hunden gehen, die sich auf den Weg gemacht haben und mit mehr Gelassenheit durchs Leben gehen möchten.

Jan Nijboer

Aufbau von Stresstoleranz – Beziehungsaufbau und „Stress-Impfung“

Wie baut man Stresstoleranz beim Hund auf? Es gibt bekannte Methoden von „sukzessiver Approximation“ (schrittweiser Annäherung) und Desensibilisierung, aber vergessen wird oft die Beziehungsebene in diesem
Kontext. Die Erziehungsform als solches hat schon einen sehr wichtigen Einfluss auf die Stresstoleranz.

Zudem kann die Art von Aktivitäten, die mit dem Hund durchgeführt werden, zu erhöhtem Stress führen. Sucht birgt bei beiden Themenbereichen eine Gefahr. Die Sucht nach dem Kick in einer Aktivität, sehr oft objektbezogen und bei bestimmten Konditionierungsformen kann eine Form der „Sozialsucht“ entstehen. Bei dem Aufbau von
Stresstoleranz ist die Beziehung der wichtigste Faktor. Sicherheit für den Hund, sollte dabei großgeschrieben werden.

Vertrauen in eine Bezugsperson ist die Basis dieser Sicherheit.

Hier geht es nicht nur um Verhaltensmodifikation, sondern vor allem um eine Haltungsänderung, denn wenn die innere Haltung in Bezug auf Stresssituationen sich ändert, wird das Verhalten sich an diese innere Haltung angleichen. Bei dem Aufbau von Stresstoleranz ist es wichtig in der Anfangsphase negative Stresssituationen weitestgehend zu meiden.

Der Stresspegel des Hundes sollte anfänglich so weit wie möglich absenken. Danach wird das Vertrauen in menschliches Handeln in für den Hund negativ belastenden Situationen aufgebaut. Dieser Prozess sollte sehr individuell gestaltet werden. Jeder Hund braucht eine andere Dosierung der Stressoren. Daher der Begriff „Stress-Impfung“.

Das Waageprinzip ein Verhältnis zwischen Gefahren orientiert sein einerseits und anderseits die Orientierung nach Chancen ist hierbei ein wichtiges Instrumentarium. Je mehr der Hund, durch gebotene Sicherheit, seinen Kopf für positive Aktivitäten im Bereich lebenspraktische Fertigkeiten frei hat, je mehr sein Großhirn eingeschaltet wird, je weniger er durch Stress bedingt lediglich affektgesteuert handeln wird.

Wenn der Mensch in der Beziehung auch echt Bezugsperson ist, sprich Vorbild für den Hund, wird der Hund sich mehr und mehr mit dieser Person identifizieren.

 

Zum Referenten-Profil

Veranstaltungsort Ameliussaal

Ameliussaal

Kirnbachhalle (Ameliussaal)
Bischwiesen 2
75223 Niefern-Öschelbronn

Unterkünfte

Hotel Goll

Hotel Goll beim 3. Hundesymposium Pforzheim
Klick auf Bild führt zur Hotelseite

Hotel Krone

Hotel Krone beim 3. Hundesymposium Pforzheim
Klick auf Bild führt zur Hotelseite

BEST WESTERN Queens Hotel

Best Western Queens Hotel beim 3. Hundesymposium Pforzheim
Klick auf Bild führt zur Hotelseite

Bürkl‘s Kirnbachtal – Hotel & Restaurant

Bürkl‘s Kirnbachtal – Hotel & Restaurant beim 3. Hundesymposium Pforzheim
Klick auf Bild führt zur Hotelseite

Hotel-Restaurant Scharfes Eck

Hotel-Restaurant Scharfes Eck beim 3. Hundesymposium Pforzheim
Klick auf Bild führt zur Hotelseite

Noch Fragen...?

Kontaktiere uns


Dann schick uns einfach über das Kontaktformular deine Nachricht und wir melden uns bei dir.

„Ein Hund ist immer
das Spiegelbild seines Menschen.“

© Oliver Jobes, Erziehungs- und Verhaltensberater