Programm am Freitag, 03. März 2017

Sophie Strodtbeck und Robert Mehl

Thema: Können Hunden lieben?

Liebe!? Gefühl, Gedanke,  raumzeitliches Erregungsmuster... oder Urkraft des Universums? Aus systemischer Sicht gibt es keine Realität, sondern nur Schnittmengen von Wirklichkeiten. Ist Liebe das Produkt kommunizierender Systeme? Für die Neurobiologen wird jedes Gefühl aus Strom und Chemie gemacht. Wo bleibt die Liebe, wenn man den Stecker zieht? Alle Menschen sprechen über sie, manche spüren sie und ganz Glückliche erfahren sie - die Liebe. Aber niemand kann sagen, was sie ist. Nur eine Illusion? Und wenn ja, was bedeutet das für uns?

Die Forschungen der Neurobiologie haben schon am Lack einiger Mythen gekratzt und sind nicht aufzuhalten. Freiheit, Wille, Sinn sind schwierige Begriffe geworden, die neue Deutungen brauchen. Aber ist es richtig, die eigenen Gefühle und Träume dem Diktat der Wissenschaft zu unterwerfen? Zählt das Verständnis oder zählt das Ergebnis?

All diese Fragen können unsere Hunde nicht diskutieren. Aus einer modernen biologischen Sicht könnte man annehmen, dass es sie ebenso wie uns betrifft und dass es sie beschäftigt. Freude am sozialen Spiel, Trauer über den Verlust von Sozialpartnern, Rituale der Zuneigung und Geborgenheit, umwerben, rivalisieren, verteidigen, fortpflanzen und Einsamkeit. Doch wo fängt Liebe an, wo hört sie auf? Muss sie frei und bedingungslos sein oder darf sie einen adaptiven Nutzen haben und Abhängigkeit beinhalten?

Drei Menschen, drei Meinungen und ein Streitgespräch über das Unbeschreibliche.

 

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Programm am Samstag, 04. März 2017

PD Dr. Udo Gansloßer

Thema: Ökologische und evolutive Betrachtungen zu sozialen Beziehungen bei Hundeartigen

Um das Thema der Bindungen und  kooperativen Beziehungen bei Mensch-Hund-Kombinationen zoologisch-verhaltensbiologisch zu verstehen bedarf es auch der Betrachtung ihrer stammesgeschichtlichen und evolutiven Bedeutung.

Aus welchen ökologischen Ursachen entsteht die Gruppenbildung der Caniden, welche Bedeutung hat das Revier und wie ändern sich die Bedingungen zB. im Laufe des Erwachsenwerdens?? Ein Vergleich von Arten, Rassen und Lebensräumen lässt hier wertvolle Schlüsse auf die Mitgift zu, mit der der Hund in die Partnerschaft mit dem Menschen geht.

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PD Dr. Andrea M. Beetz

Thema: Bindung - was ist das eigentlich?

Bindung beschreibt ursprünglich die besondere Beziehung zwischen Babies und ihren Eltern, wobei das Konzept später auch auf Beziehungen zwischen Peers oder romantischen Partnern ausgeweitet wurde.

In diesem Vortrag wird die Bindung als Verhaltenssystem in Bezug auf die Mensch-Hund-Beziehung vorgestellt, wobei die gegenseitige soziale Unterstützung, sowie Stressregulation im Vordergrund stehen. Anhand von Video-Beispielen von Bindungstestungen (Bindung Hund an Besitzer) werden die unterschiedlichen Bindungsmuster bei Hunden diskutiert.

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Mag. Iris Schöberl

Thema: Bindungsaufbau -Was brauchen Hunde für eine sichere Bindung?

Oft wird einem erklärt, dass der eigene Hund aufgrund der schlechten Bindung zu jagen beginnt oder nicht so funktioniert, wie man es gerne hätte. Auch der Glaube, dass der Hund nur positives mit dem Menschen erleben darf oder nur durch Futter eine sichere Bindung zustande kommt ist weit verbreitet.

Mit diesen und anderen Mythen wird im Rahmen des Vortrags aufgeräumt und der Bezug zur Praxis hergestellt. Es wird besprochen wie eine sichere Bindung beim Hund gefördert werden kann und was die Essenz für den Umgang mit unseren Haushunden im Training sowie im Alltag ist.

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Programm am Sonntag, 05. März 2017

Anita Balser

Thema: Kommunikation vs. Erziehung

Im Fokus des Vortrags „Kommunikation vs. Erziehung“ steht die Frage:
Was kommuniziere ich meinem Hund, während ich versuche ihn mit den Methoden der Lerntheorie zu erziehen? Die „moderne“ Hundeerziehung stellt am häufigsten die Frage: Was soll der Hund lernen und wie bringe ich es ihm bei. Wie kann ich ihn so konditionieren, dass er „funktioniert“?

Anita Balser beleuchtet die Frage aus der Sicht des Hundes. Kommunikation heißt übersetzt Verständigung. Verständigung kann zu einer echten Einheit mit dem Hund führen, weit über das reine Funktionieren im Alltag hinaus. Die emotionale Intelligenz des Hundes uns Menschen zu spiegeln, seine Fähigkeit zu abstrahieren und zeitversetzt Zusammenhänge zu erkennen, geht weit über das hinaus, was den Hunden häufig aus Sicht der positiven Bestärkung nachgesagt wird.

Wir reden über die 1 Sekunden Regel, über den Ursprung der Lerntheorie, über den Sinn und Unsinn diverser Erziehungsmethoden, über Schleppleinen- und Anti-Jagdtraining. Und natürlich darüber, welche Alternativen der Weg der Kommunikation bieten kann und wie man einen harmonischen Alltag mit seinem Hund leben kann, in Einklang mit der Natur des Hundes.

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Uwe Friedrich

Thema: SniffleDog® - Ein Auslastungsmodell zur Teamintensivierung.

Uwe Friedrich hat seine Erfahrungen durch die mehrjährige Lungenkrebsstudie mit Hunden, die er zur Lungenkrebs-Früherkennung gemeinsam mit der Lungenfachklinik Schillerhöhe und dem Lungenfacharzt Dr. Rainer Ehrmann aus Stuttgart von 2009 bis 2011 durchführte („European Respiratory Journal“), methodisch neu als SniffleDog® konzipiert und für den Alltags- und Familienhund weiterentwickelt.

Mit SniffleDog® hat Uwe Friedrich ein Auslastungsmodell geschaffen, das für wirklich jeden Hund geeignet ist – für den aktiven Gebrauchshund genauso wie für den ängstlichen Tierschutzhund, vom Chihuahua bis zur Dogge. Diese Nasenarbeit bietet jedem Hund eine artgerechte und sinnvolle physische sowie psychische Auslastung.
Gerade die Praxis zeigt, dass durch die intensive, ruhige und konzentrierte Arbeit mit SniffleDog® auch sehr aktive Hunde lernen, sich zurück zu nehmen und dabei gleichzeitig durch Kombination von Konzentration und Nasenarbeit eine hohe Auslastung des Hundes erreicht werden kann. Es zählt auch hierbei die Freude am gemeinsamen Tun, wodurch die Beziehung und Bindung vom Mensch-Hund-Team extrem gefördert und gestärkt wird.

Bei SniffleDog® geht es darum den Hund auf einen bestimmten Geruch (z. B. Kamille) zu konditionieren. Ziel ist es, dass der Hund später in der Lage ist, kleinste Geruchsmengen unter diversen Verleitungsgerüchen unter den 18 SniffleDog®-Behältern herauszufiltern und dem Hundeführer passiv anzuzeigen.

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Angelika Lanzerath

Thema: Herdenschutzhunde - Exoten oder doch bindungsfähige Vierbeiner?

Gerade in den letzten Jahren ist es "Mode" geworden, über Herdenschutzhunde  alle möglichen und unmöglichen Vorurteile zu äußern. Dieser Umstand erinnert in fataler Weise an die pauschale Ächtung der sogenannten Kampfhunde.
"HSH handeln selbständig, haben ein hohes Aggressionspotential, sind nicht bindungsfähig und gehören aus diesen Gründen schon gar nicht in eine Familie" dies sind nur einige Aussagen, die immer wieder zu hören sind. Leider gibt es über diesen Hundetyp nur sehr wenig ehrliche Literatur. Die meisten Bücher sind ebenfalls voll mit den üblichen Vorurteilen und Pauschalaussagen und führen beim geneigten Leser damit automatisch zum angesprochenen Meinungsbild. Die Internetportale tun ein Übriges dazu, tummeln sich doch gerade dort die "wirklichen Kenner" dieser Hunde .
HSH sind wie viele andere Rassen für eine bestimmte Aufgabe gezüchtet worden.
Wie kann es denn nun aussehen, wenn man einen solchen Vierbeiner in die Familie holt? Sind sie wirklich so selbständig, dass sie am Menschen nicht interessiert sind und eine gute Bindung somit nicht entstehen kann? Stimmt vielleicht doch der so oft gehörte  Satz : Diese Hunde gehören hier nicht hin?

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